Erfahrungen aus den Themenfeldern
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Marketing & Vertrieb

Marketing & Vertrieb

Ausgründer aus Forschungseinrichtungen, Jungunternehmer und Experten zu vielfältigen Themen haben sich in den letzten Jahren aktiv am Gründerforum aus der Forschung beteiligt. Der offene und lebendige Erfahrungsaustausch liefert interessante Erkenntnisse speziell aus der Sicht eines Gründers.
 
Die nachfolgend zusammengefassten Erfahrungen und Meinungen von Ausgründern sollten als Denkanstoß eigener kreativer Gedanken gesehen werden.

Ein Resumée aus Erfahrungsberichten: im Vordergrund jeder Marketingstrategie sollten der Kunde und sein Bedarf stehen, nicht die Technik. Ausgründer sind oft Technikverliebt (Overengineering), der Marktaspekt gerät in den Hintergrund. Daher soll es wichtig sein, einen kaufmännischen Geschäftsführer mit ins Boot zu nehmen.

 

  • Kundenbedürfnisse und Markt

    Die Wahl des Firmennamens als Außendarstellung ist von großer Bedeutung. Bei einem geschickt gewählten Firmennamen steht man ganz oben in der Sortierliste.

    Die Empfehlung von Gründern ist, sich bei der Vorbereitung des Businessplanes auf den Vertrieb zu konzentrieren und rechtzeitig Vertriebswege zielgruppenspezifisch und detailliert analysieren.

    Ausgründer sind am Anfang eher technologieorientiert und an vielen verschiedenen Projekten beteiligt. Es ist empfehlenswert, sich an Kunden und deren Lösungen zu orientieren. Man sollte sich als Ausgründer vorerst auf seine Kernkompetenzen beschränken.

    Es ist wichtig zu klären, was der Kunde braucht und welche Probleme das Produkt lösen soll. Eine Bedarfsanalyse beim Kunden hilft, erste Kontakte zu knüpfen (unverbindlich), das Interesse zu prüfen und die entscheidende Person zu identifizieren. Studenten haben sich laut Erfahrungsberichten bei diesen Analysen (z. B. am Telefon) als sehr erfolgreich bewiesen.

    Weil etablierte Systeme auf dem Markt schwer zu ersetzen sind, ist es laut Ausgründer ratsam, als Eintrittsmarkt eine Nische zu suchen oder mit starken Partnern zu kooperieren. Es soll von Vorteil sein, verschiedene Nischen anzusprechen, da der Markt schnell wechseln kann.

  • Vertriebsorganisation

    Die Erfahrung von Ausgründern ist, dass man bereits einige (z. B. 4) Jahre vor der Gründung vorausplanen sollte, um Risiken abzuschätzen.

    Es ist sinnvoll neben den technischen Entwicklern, erfahrene Mitarbeiter speziell für Marketing und Vertrieb mit ins Boot zu holen. 

    Für Marketingmaßnahmen können studentische Hilfskräfte engagiert werden, z. B. zur Betreuung von Messeständen, Telefonmarketing (Bedarfsanalyse), uvm. 
     
    Um Engpässe zu überbrücken, sollte man ein weiteres Geschäftsfeld als Finanzierungsquelle entwickeln (Brot-und-Butter-Geschäft).
     
    Um erfolgreich auf dem Markt zu sein, sollte man mindestens so schnell wachsen wie der Markt. 
     
    Für das erfolgreiche Unternehmen ist eine gute Firmenkultur von großer Bedeutung, "Marketing geht auch nach innen". Dazu gehören die Motivation der Mitarbeiter und das Betriebsklima. 
     
    Bei Verhandlungen mit großen Unternehmen sollte man auf die Erfahrungen und das kompetente Auftreten von älteren Mitarbeitern setzen. 
     
    Konzentriert man sich als Ausgründer auf das Kerngeschäft, läuft man nicht so schnell Gefahr, sich zu verkalkulieren (fehlendes Geld, mangelnde Zeit, kleine Personaldecke). 
     
    Eine weitere Aufgabe des Marketings besteht darin, den Konkurrenten einzuschätzen und dessen Strukturen kennen zu lernen. 
  • Netzwerke

    Für das Image und für die Kunden ist das technologische Umfeld des Standortes von Bedeutung. High-Tech-Ausgründer empfehlen beispielsweise, sich in einem Technologiezentrum niederzulassen.

    Es ist von Nutzen, mit der ehemaligen Forschungseinrichtung weiter zusammenzuarbeiten, z. B. in dem man die Kontakte, Patente oder Mitarbeiter auf Honorarbasis nutzt.

    Neben einer guten Netzwerkarbeit und den Kontakten zu Mitbewerbern wird es als wichtig angesehen, dass man in der Branche präsent sein sollte. Auf Fachmessen, Gemeinschaftsständen von Fachverbänden, Konferenzen, Wettbewerben und Tagungen sollte man Aufsehen erregen. Entscheidend dabei ist eine sorgfältige Vorbereitung und das Kontaktmanagement: Informationen über potentielle Interessenten sollten zuvor gesammelt werden. Diese können dann kontaktiert, eingeladen oder besucht werden. Kostenlose und qualitativ ansprechende Informationen sollten verteilt und anschließend die Kontakte nachgearbeitet werden. Empfehlenswert dabei ist, ein Kundenmanagementsystem zu nutzen.

    Gründer empfehlen die Mitarbeit in Industrieverbänden sowie die Teilnahme an Alumni-Organisationen. Wichtig seien das Engagement, die kundenfreundliche Betreuung und die Pflege der Kundenkontakte.

    Da das Aufbauen eines Vertriebsnetzes für Ausgründer oftmals zu teuer ist, wird eine Partnerschaft mit Vertriebsfirmen mit einer geringeren Beteiligung empfohlen.

  • Kundenkontakte

    Nach der ersten Gründungsphase ist es schwierig, ohne spezielle Kenntnisse, professionelle Hilfe oder aus Zeitmangel neue Kunden zu finden. Das notwendige Wissen kann man sich im Rahmen von Seminaren, Workshops oder gezieltes Coaching aneignen.

    Bei Produkten auf Basis von Forschungsergebnissen, die einen speziellen Markt ansprechen, sollen laut Erfahrungsberichten, Vertriebsmaßnahmen wie Werbepakete, Konferenzsponsoring und Anzeigen nicht erfolgreich sein. Wichtiger ist es, mit potentiellen Kunden zu kommunizieren. Empfehlungen und eine gute Internetpräsenz mit Schlüsselbegriffen (Google) können erfolgreicher sein.

    Entscheidend ist es, mit guter Qualität und Professionalität Aufmerksamkeit zu erregen.

    Ein weiterer Tipp ist, dass Ausgründer auch mal unkonventionelle Vertriebsideen (Guerilla-Marketing) ausprobieren sollten.

    Bei der Verkaufsverhandlung mit potentiellen Kunden soll es sinnvoll sein, zuerst mit den Ingenieuren auf wissenschaftlichem Niveau zu sprechen und danach für die Einkäufer die technischen Daten aufzubereiten. Einfache Bilder und Animationen sollen hilfreiche Medien sein.

    Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg auf dem Markt ist die Kundenzufriedenheit. Der Aufbau von Vertrauen bei dem Kunden ist entscheidend. Dazu sollte man ein professionelles Auftreten besitzen, kurze Antwortzeiten und einen guten Service garantieren, sowie mit dem Kunden während der Produktgestaltung zusammenarbeiten.

    Bei Schwierigkeiten mit Lieferzeiten, sollte man mit den Kunden möglichst schnell und offen reden.

    Ausgründer geben den Ratschlag, potentielle Kunden aktiv anzusprechen und Geschenke, Gutscheine und Grußkarten (Weihnachtskarten) sowie personalisierte Newsletter zu schicken.

    Um einen Kunden von den Vorteilen eines High-Tech-Produktes zu überzeugen, sollte man die Anwender, Ingenieure und Techniker erreichen.

    Die Erkenntnis der Ausgründer ist, dass es ein Fehler ist, die Preise zu niedrig zu kalkulieren. Es sei schwer, die Preise, die man Anfangs verhandelt hat, nachher zu erhöhen. Andererseits ist immer im Einzelfall zu entscheiden: auch kostenlose Dienstleistungen (Produkte) sollten erwägt werden, wenn der Kunde beispielsweise für die Zukunft einen weiteren (größeren) Mehrwert bietet.

  • Messen

    Fachmessen bieten lt. der Teilnehmer eine gute Möglichkeit, neue Kunden anzusprechen und bestehende Kontakte zu pflegen. Egal ob als Aussteller oder Besucher, die Messen sind gründlich vorzubereiten. Informationen, Flyer, Videos, potentielle Kunden im Vorhinein anrufen und Termine ausmachen.

    Als Messeaussteller kann man bei den Kunden besser ankommen und mit ihnen auf gleicher Ebene kommunizieren. Empfehlenswert sei in diesem Fall, Kunden auf den Messestand einzuladen und ihnen Eintrittskarten zu schicken. Andererseits bedeutet ein Messestand für Ausgründer auch einen erheblichen Kosten- und Zeitaufwand. Besonders als Einzelunternehmer hat man oft nicht die Kapazität, gezielt potentielle Kunden an Ständen zu besuchen, was jedoch der Erfahrung nach die beste Strategie sei. Um Kosten zu sparen und dennoch das technologische Umfeld zu nutzen, kann es sinnvoll sein, sich an einem Gemeinschaftstand zu beteiligen.

    Weitere Tipps von Ausgründern sind, sich mit dem Stand in einem Hallenbereich niederzulassen, wo auch große Firmen vertreten sind. Auch wenn das ein Kostenfaktor ist, es ist gut für das Image vor dem Kunden.

    Es wird empfohlen als Geschäftsführer oder Vertreter einer Firma aufzutreten und nicht als freier Ingenieur.

  • Auslandsmärkte

    High-Tech-Marketing ist oft international ausgelegt. Um in den internationalen Markt einzutreten und sich zu etablieren, sind laut Erfahrungsberichten die persönlichen Kontakte, die politischen Beziehung und die Selbstinitiative wichtig. Wenn man sich jedoch mit der Mentalität eines Landes nicht auskennt, sollte man einen Partner suchen, der vor Ort verfügbar ist.

    Um internationale Kunden zu erreichen, ist es notwendig Präsentationen und Informationsmaterialien in englischer Sprache vorzubereiten.

    Um ausländische Märkte zu erreichen ohne eine Niederlassung oder eine Agentur im Ausland zu haben, kann es sinnvoll sein, einen Partner mit ins Boot zu holen, dessen Vertriebswege man als Jungunternehmen nutzen kann. Dennoch sollte das Jungunternehmen selbst das Know-how, Betreuung und Beratung anbieten.

Veranstaltungen

  • Aktuelle Pressemeldung:19.04.2010

    Dresden - Erfahrungsaustausch zu Schutzrechtstrategien

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  • Aktuelle Pressemeldung:1. HJ 2011

    Vorankündigung Gründerforum Hannover

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  • Aktuelle Pressemeldung:Halbjährlich

    München Erfahrungsaustausch

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Publikationen

  • Publikationsdatum:10.12.2010

    Das Konzept des Erfahrungsaustausches (Flyer)

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  • Publikationsdatum:01.10.2010

    Flyer zum Gründerimpuls

    mehr (URL: Flyer zum Gründerimpuls)

High-Tech-Gründerfonds

  • Aktuelle Pressemeldung:DANKESCHÖN

    Wir bedanken uns herzlich bei unseren Kooperations- und Netzwerkpartnern für die erfolgreichen Veranstaltungen und fruchtbare Zusammenarbeit!

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Ansprechpartner

  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
    Projektträger Karlsruhe
    Gründerforum aus der Forschung (GFF)


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